Isola Madre – Schönheit der Insel

Inseln faszinieren die Menschen aus drei Gründen: als ganz von Wasser umgebenes Land bieten sie Schutz und Geborgenheit, sie sind Bühne unserer Fantasie, Wünsche und Träume und – Inseln können wir auch als einzelner Mensch erobern – und sie für uns gestalten. Wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, wer in der passenden Machtposition ist, der erhält schon mal

eine Insel (oder mehrere) als Lehen. Seit 1501 ist die Isola Madre im Besitz der Borromäer, die auf ihr ihre Privatresidenz errichteten. Heute ist die Insel unbewohnt.

Isola Madre – Anlage und Klima

220 Meter mal 330 Meter, mit insubrischem Klima die perfekte Mischung aus Sonne und Regen in südalpiner Lage – das ist die Isola Madre im Lago Maggiore. Hier werden seit dem 16. Jahrhundert Oliven kultiviert. Der botanische Garten hier gehört zu den ältesten Italiens. Die Insel ist einer der ersten Orte in Italien, an dem Kamelien heimisch wurden. Auf der Isola Madre beginnt die Kamelienblüte im Januar.

Isola Madre im Lago Maggiore
Blick auf die Isola Madre vor dem Hintergrund des Monte Rosso

Der romantische Garten auf dem nördlichen Teil der Insel wurde im 19. Jahrhundert angelegt. Der Palazzo aus dem Jahr 1590 erscheint nicht protzig. Er ist von Architekten Pellegrino Ribaldi manieristisch streng gestaltet. Sein L-förmiger Grundriss ermöglichte die Ausrichtung der meisten Räume nach Süden, um die Sonne maximal zu nutzen. Auf die kürzere Seite des Palastes stößt man wie beiläufig, nach viel Vogelgeschrei und dem Passieren des Papageienplatzes. Doch bevor man den Palast betritt, wird der Blick von der zweihundertjährigen Kaschmir-Zypresse (Heimat: Bhutan) gefesselt, der größten ihrer Art in Europa.

Kaschmirzypresse auf Isola Madre
200 Jahre alt – Kaschmirzypresse auf der Isola Madre

Rhododendren, Azaleen und Kamelien, davon fünfhundert Arten, gedeihen hier prächtig. Schon Flaubert verliebte sich in die Insel mit ihren frei wandelnden Pfauen.

Die Schönheit der Insel für ihre Besucher

Seit einiger Zeit komme ich mehr und mehr dazu, Gärten zu bewundern. Einen schönen Garten anzulegen heißt lebendige Materie zu beherrschen – im positiven Sinne. Mit Geduld, Wissen und dem Willen zur Domestizierung legten die Gartengründer unsterbliche Parks an. Die Schönheit dieser Gärten wächst mit ihrem Alter.

Grüne Insel Isola Madre
Grüne Insel Isola Madre

Es ist nicht einfach eine Patina, die die Gärten erwerben. Der Charakter, die Intention der Anlage eines solchen Parks manifestiert sich auch nach Jahrhunderten und überträgt sich als friedliche Schönheit auf die Besucher. Uralte Bäume, Sträucher und Terrassen zeugen von dieser Hingabe.

Weißer Pfau
Im Frühling schlagen weiße Pfauen ihr Rad auf der Isola Madre

Lebendige Schönheit, die nicht an Jugend gebunden ist – vielleicht zieht es mich deshalb immer wieder auf die Isola Madre: Sobald ich einen Fuß in ihren Garten setze, bin ich ein Teil dieser Schönheit, einfach nur, weil ich in der Lage bin, sie zu sehen.

Die Isola Madre erreicht man von Verbania Pallanza und Stresa per Schiff mit Lago Maggiore Navigazione. Merken

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