Wasser geht immer, doch besonders in den warmen Monaten des Jahres sind die Möglichkeiten am Lago Maggiore Wassersport zu treiben riesig: Paddeln, Segeln, Windsurfen & Kiten, SUP und Schwimmen. Sich vom Wind tragen lassen. Über die Wasseroberfläche gleiten oder paddeln. Mit Muße dem Treiben der Wasservögel zusehen. In diesem Artikel erfährst du Wissenswertes zum Wassersport auf dem Lago Maggiore und erhältst Adressen, um es selbst vor Ort auszuprobieren. Willkommen auf dem Lago Maggiore!
Paddeln
Der Weg des Kanu vom Einbaum oder der Piroge zur olympischen Disziplin ist lang. Auf dem Lago Maggiore ist das Kanu die vielleicht beste Wahl um den See zu erkunden. Im Kanu paddelt man in Blickrichtung – es geht also immer vorwärts. Bevor Kanu, Kayak oder Kanadier Verwirrung stiften … Kajaks sind geschlossene Boote, die mit einem Doppelpaddel gefahren werden. Kanus oder Kanadier sind offene Boote, die mit einem Stechpaddel mit nur einem Paddelblatt gefahren werden. Doch Kanu wird generell als Oberbegriff für Paddelboote genutzt.
In Italien etablierte sich der Kanusport mit der Gründung der Sektion Kanu durch den Königlichen Ruderclub im Jahr 1936. Ziele waren schon damals der Wettkampfsport und der Tourismus. Am Lago Maggiore trainierten olympische Athleten. Der Goldmedaillengewinner von Athen 2000 Beniamino Bonomi ist Trainer bei den Canottieri Intra (Verbania). Der Kanute Carlo Tacchini, der seine ersten Trainingseinheiten in Verbania Suna absolvierte, holte gemeinsam mit seinem Teamkollegen Gabriele Casadei 2024 in Paris olympisches Silber im Herren Canadier Zweier über 500 m.


Adressen Kanu
- Polisportiva Verbano Verbania Suna (Borromäischer Golf, piemontesisches Ufer des Lago Maggiore: Verleih von Kanus an Gäste, Kanustunden
- Lake Maggiore Canoe, Porto Valtravaglia: Geführte Kanutouren von Porto Valtravaglia (lombardisches Ufer) aus
- Cantiere Brovelli Ranco (südlicher Lago Maggiore, lombardisches Ufer): Kurse und Verleih von Kayaks und Kanus
- Canottieri Luino: Kayak Touren und Kurse alle Niveaus, Touren Coastal Rowing (Rudern)
- Sestese Canoa (Süden, lombardische Seite, Fluss Ticino): Kurse
- Darsena in Tronzano (lombardisches Ufer, Norden): Verleih Kanus und Kajak
Segeln
Wer die Winde am Lago Maggiore verstehen will, erhält gleich eine große Portion Ortskenntnis dazu, denn nach den klassischen thermischen Winden Tramontana (morgens) und Inverna (nachmittags) sowie dem Fallwind Föhn (ital. favonio) gehts geografisch ins Detail (Maggiore, Mergozzino, Monscendrino, Valmaggino). Aber starten wir am Anfang.
Thermische Winde
Das klassische Windregime am Lago Maggiore bei stabilem, sonnigen Wetter (unter dem Einfluss eines Hochdruckgebiets) wird vom Morgenwind Tramontana aus dem Norden und dem Mittagswind Inverna (aus dem Süden) bestimmt. Der Tramontana weht ab morgens ca. 6.00 Uhr bis ca. 10.30 Uhr gefolgt von einer Flaute und der Inverna ab ca. 12.30 Uhr abflauend ab 16.30 Uhr und anhaltend bis ca. 19.00 Uhr.
Diese thermischen Winde entstehen durch das Zusammenspiel von Bergen und See: Nachts und frühmorgens ist das Wasser wärmer und wärmt die umgebende Luft auf, die dann aufsteigt. Diese wird durch kühlere Luft ersetzt, der Tramontana ist ein kühler Wind. Nach einer kurzen Pause kehrt sich das Spiel um. Die hochstehende Mittagssonne erwärmt nun die Berghänge, die umgebende Luft steigt auf und wird durch die kühlere Luft vom Wasser (aus Süden) kommend ersetzt. Ein typisches Zeichen für den Beginn der Inverna sind Schönwetterwolken, kleine, an Wattebällchen erinnernde Wölkchen.
Föhnwind ist ein typischer Wind der nordwestlichen Alpen, der feuchte Luft aus dem Norden in Richtung des Mittelmeers bringt. Als warmer Fallwind sorgt er für klaren Himmel und Sonnenschein und Windgeschwindigkeiten von bis zu 9 Beaufort (über 70 km/h). Einer der Föhnwinde am Lago Maggiore ist der Wind „Maggiore“, Liebling der Segler, mit Temperaturen um die 20 Grad auch im Winter und einer Dauer von bis zu drei Tagen. Zu den Föhnwinden gehört auch der Monscendrino (benannt nach dem Monte Ceneri), ein seltener Wind aus dem Leventinatal, der im Schweizer Becken heftig weht aber zur Mitte des Sees hin abflaut. Eine detaillierte Übersicht über die spezielleren, lokalen Winde findet ihr auf der Website der Segelschule Centrovela (italienisch).
Ein eher jüngeres Phänomen sind heftige Windhosen (tromba d’aria), die regelmäßig eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Sie zerstören Dächer, entwurzeln Bäume oder versenken Boote. Wettervorhersagen unbedingt immer sorgfältig prüfen.
Adressen Segelclubs am Lago Maggiore
- Centro Vela, Cerro di Laveno
- Circolo Velico Canottieri Intra, Verbania
- Verbano Yacht Club, Stresa
- Lega Navale, Arona
- Tomaso Sail & Surf, Cannobio
- Polaris Yacht, Belgirate
- Circolo Verbano Vela, Belgirate
Windsurfen und Kiten
Von März bis September herrschen meist stabile Windverhältnisse am Lago Maggiore. Am Nachmittag weht zuverlässig der thermische Wind Inverna, der zwischen 8 und 18 Knoten (15 bis 33 km/h) erreicht. Dabei bleibt die Wasseroberfläche relativ ruhig, gute Bedingungen, um erste Windsurfversuche zu unternehmen. Allenfalls Tage mit böigem Föhnwind können störend sein. Vor allem die Nordhälfte des Lago Maggiore eignet sich zum Windsurfen. Die beliebtesten Surfspots sind Cannobio, Maccagno und Pino Tronzano.
Adressen Windsurfen
- Surfactive La Darsena ASD, Pino Tronzano (lombardisches Ufer): Kurse und Verleih
- Tomaso Sail & Surf, Cannobio (piemontesisches Ufer): Kurse und Verleih
Stand-up-Paddeln
Die Kombination aus Wellenreiten und Kanufahren ist ein einfacher, schnell erlernbarer und angenehmer Sport, der von Menschen jeden Alters ausgeübt werden kann. Er schult Koordination und Gleichgewichtssinn, fordert die Muskulatur sowie Herz-Kreislauf-System. Als ruhiger Natursport ist er ein ausgezeichneter Weg, mit dem Lago Maggiore auf Tuchfühlung zu gehen. Stehpaddeln oder Stand-up-Paddling ist längst auf dem Lago Maggiore angekommen. In vielen Seeorten, in Sportvereinen oder Bootsverleih kann man SUPs ausleihen.
Adressen SUP
- Circolo del SUP Lesa
- Canottieri Intra, Verbania
- Wilson SUP Center, Ascona, Schweiz
Schwimmen
Die besten Strände Italiens werden alljährlich mit der Bandiera Blu geehrt. Am Lago Maggiore sind dies 2026 wieder die Strände Spiaggia Lido in Cannobio, Lido in Cannero und Fondotoce Isolino in Verbania. Neben der Wasserqualität fließen Kriterien wie Umweltbildung, Sauberkeit und Sicherheit in die Auszeichnung der Strände mit der Bandiera Blu ein.
Die Strände am Lago Maggiore sind oft eher klein dafür aber zahlreich. Viele Orte am See verfügen über eine Badestelle. Die Strandbäder der Orte heißen Lido. Die Wasserqualität wird während der Badesaison von Mai bis September wöchentlich geprüft und veröffentlicht (für das piemontesische Ufer).

Regeln für den sicheren Sprung in den See
- Nicht mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen (oder nach Alkoholkonsum).
- Nie überhitzt ins Wasser springen, sondern den Körper an die Wassertemperatur gewöhnen.
- Auf keinen Fall in trübe oder unbekannte Gewässer springen!
- Lange Strecken nicht allein schwimmen.
Regeln und Vorschriften für Boote
- Boote mit einer Länge über 4 m: Das Befahren des Lago Maggiore ist mit einem Mindestabstand von 150 m zum Ufer (außerhalb der inneren Uferzone) erlaubt.
- Boote mit einer Länge unter 4 m: Strandboote und ähnliche Fahrzeuge (Kanus, SUPs) dürfen nur in der inneren Uferzone (150 m) oder in einem Abstand von maximal 150 m zu Begleitschiffen fahren. Dabei ist eine Geschwindigkeit von 10 km/h nicht zu überschreiten und es darf keine Wellenbewegung erzeugt werden.
- Badenden und Sporttreibenden (Kanus, SUPs und ähnliches) ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
- Einzuhaltende Mindestabstände zur Vermeidung der Gefährdung der Navigation anderer Schiffe: 50 m zu Booten und 200 m zu Fischern
- Es ist verboten, sich Linienschiffen auf mehr als 200 m zu nähern oder in deren Kielwasser oder Kurs zu navigieren.
- Achte auf Winde und die von ihnen ausgelösten Wellenbewegungen.
- SUP dürfen auf dem ganzen See unterwegs sein. Name und Adresse des Eigentümers / Halters muss auf dem Board gut sichtbar angebracht sein.
- Wer auf dem SUP mehr als 150 m vom Ufer entfernt unterwegs ist, muss eine Rettungsweste mitführen (praktischerweise tragen).
Empfehlungen Italien (Freiwillige Küstenwache der Lombardei)
- Empfohlen wird das Befahren ufernahen Gewässers innerhalb 50 m vom Ufer, da in der Seemitte Motorboote mit Geschwindigkeiten von bis zu 27 km/h navigieren.
- Trage gut sichtbare Kleidung (neongelb, orange).
- Die Fußleine ist zwar nicht vorgeschrieben, du solltest sie aber tragen, da das Board im Fall von plötzlich aufkommendem Wind schneller wegtreiben kann, als man selbst schwimmen kann.
Für die Schifffahrt auf dem Lago Maggiore gilt das Abkommen zwischen Italien und der Schweiz vom 2. Dezember 1992 Volltext deutsch.

