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Italienisch lernen

Rezension der Sprachzeitung Leggere L’Italia

Fabian vom Reiseblog Weltvermessen lernt seit vier Jahren italienisch und ist dabei sehr ambitioniert! Er hat einen besonderen Tipp, wie schnell Fortschritte möglich sind: Lesen, lesen, lesen! Was ihm dabei hilft, stellt er im heutigen Gastartikel vor.

Als ehrgeiziger Italienisch-Lerner habe ich mich nach nützlichem Lernmaterial umgesehen und bin auf die Sprachzeitung Leggere L’Italia gestoßen. Nach vier Jahren italienisch an Schule und Universität, habe ich mich bereit gefühlt, einmal über den Tellerrand der Unterrichtsinhalte hinauszuschauen. So habe ich mich nach Quellen umgesehen, um mein Textverständnis aktiv zu verbessern. An Filme traue ich mich, zumindest ohne Untertitel, noch nicht heran. So wollte ich erst einmal mit Texten aus Zeitungen und Büchern beginnen. Ein wunderbarer Einstieg hierfür ist die Lernzeitung Leggere L’Italia.

Das Konzept

Leggere L’Italia ist eine Sprachzeitung des Bremer Schünemann Verlags. Andere Sprachzeitungen des Verlags sind Word and Press für Englisch oder Revue de la Presse für Französisch. Alle Zeitungen versuchen, den Lernenden mit journalistischen Texten den Zugang zur Sprache zu erleichtern. Hierzu stellt der Verlag Originalartikel der größten Zeitungen des jeweiligen Landes zusammen und fügt unterstützende Vokabelerläuterungen hinzu. Für Leggere L‘Italia kommen diese Texte hauptsächlich aus zwei der bekanntesten Zeitungen des Landes, der Repubblica und dem Corriere della Sera. Da Leggere l’Italia nur einmal monatlich erscheint, sind die Artikel selten aktuell, sondern behandeln eher generelle Themen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Tourismus. Der letzte Artikel einer jeden Ausgabe wird von den Redakteuren des Verlags verfasst und behandelt meist geschichtliche Themen oder stellt italienische Persönlichkeiten vor.

Die Artikel unterscheiden sich in ihrer Schwierigkeit in facile (B1), intermedio (B2) und avanzato (C1 – C2) und sind so am Anfang eines jeden Artikels gekennzeichnet. Artikel der Klassifizierung facile sind jedoch nicht viele dabei. Mir selbst ist noch kein großer Unterschied bei der Verständlichkeit der Texte aufgefallen.

Preis und Konditionen

Die Zeitung erscheint einmal im Monat und kostet im Jahresabonnement 20,40 Euro. Das Abonnement verlängert sich automatisch jedes Jahr aufs Neue, es sei denn, es wird sechs Wochen vor Ende des Bezugszeitraums gekündigt. Die einzelne Ausgabe ohne Abo kostet in Deutschland 2 Euro, in Österreich 2,30 Euro und in der Schweiz 3,90 Franken. Ein erstes Probeexemplar erhält man umsonst. Zusätzlich zur schriftlichen Ausgabe gibt es außerdem die Möglichkeit das MP3-Zusatzmaterial zu abonnieren. Für 24 Euro zusätzlich pro Jahr kann man sich dann einige Artikel der jeweiligen Monatsausgabe vorlesen lassen und so sein Hörverständnis schulen. In einem weiteren Zusatzpaket kann man dann auch noch das Materiale Didattico (K) im Jahresabo für 15 Euro bestellen. Dieses Zusatzmaterial besteht aus 2-3-seitigen Dokumenten die Aufgaben zu bestimmten Texten beinhalten. Oft sind dies Lückentexte oder Wahr/Falsch-Fragen. Manche sollen das Textverständnis schulen, aber viele eben auch das Hörverständnis, weswegen sich das Materiale Didattico (K) meiner Meinung nach nur lohnt, wenn man das MP3-Abo gebucht hat. Sehr sinnvoll wären alle drei Abos zusammen für die Vorbereitung von Sprachtests oder Klausuren. Außerdem sind Zeitung und Aufgaben optimal für die Begleitung des Italienischunterrichts geeignet!

Meine Erfahrungen mit der Zeitung

Ich habe mir auch Stefanies Tipps zum Lesen wie die Italiener angeschaut, musste mir aber früh eingestehen, dass ich zu faul bin, um mich so detailliert auf das Lesen eines einzelnen Artikels vorzubereiten. Für den ambitionierten Italienischlerner sind die Tipps aber sicher sinnvoll! Auch die Leggere L’Italia arbeitet mit einer ähnlichen Herangehensweise an Texte. Sie nimmt mir hier also die Arbeit ab. 🙂

Die Redakteure teilen den Artikel ebenfalls in sinnvolle Abschnitte auf und mit Fußnoten werden unter jedem Artikel schwierigere Vokabeln übersetzt. Diese sind im Text kursiv gedruckt. Vor allem dem Einsteiger wird durch diese Vokabelerklärungen massiv unter die Arme gegriffen. Die Erklärungen folgen meiner Meinung nach keinem roten Faden. Mal sind Wörter wie ambizione (Ehrgeiz) oder completare (abschließen) erklärt, während mir bei Wörtern, die sich nicht so einfach herleiten lassen, wie togliere (wegnehmen) oder stuzzichino (Häppchen), eine Übersetzung fehlt. Welche Wörter eine Übersetzung benötigen und welche nicht, ist natürlich sehr subjektiv.

Vokabelerklaerungen_Beispiel_Leggere_LItalia_sc

Im Allgemeinen werden sehr viele Vokabeln übersetzt, sodass auch Anfänger mit fortgeschrittenen Texten arbeiten können sollten. Der Nachteil an dieser Vielzahl an Erläuterungen ist, dass der Lesefluss ein wenig gestört wird. Anstatt den Text zu überfliegen, um zu versuchen sich unbekannte Vokabeln aus dem Kontext zu erschließen, ist man viel zu häufig geneigt, das Wort dann doch in der Fußzeile nachzuschauen. Mein Tipp: Absatz für Absatz erst einmal lesen, ohne nach unten zu schielen, die Vokabelhilfen vielleicht sogar erst abdecken. Dann erst sollte man für den gesamten Absatz die benötigte Hilfe betrachten. Nachdem man so den Artikel gestückelt gelesen hat, sollte man nun aber in der Lage sein, den gesamten Text ohne Fußnoten als Ganzes durchzulesen. Wenn man sich bestimmte Vokabeln merken möchte, würde ich diese immer gesondert notieren. Einmal die Übersetzung gesehen zu haben, hat mir zumindest noch nicht gereicht, um mir die Vokabel tatsächlich einzuprägen.

Mein Fazit

Grundsätzlich finde ich die Zeitung, vor allem für den kleinen Preis, ein gelungenes Werkzeug, um sein Textverständnis zu verbessern und neue Vokabeln zu lernen. Auch wenn die Vokabelerklärungen den Lesefluss stören können, lässt sich doch nach einiger Eingewöhnung sehr gut mit den Texten arbeiten. Vor allem für den Unterricht ist die Zeitung mit ihren Zusatzmaterialien sehr gut geeignet, um italienische Texte zu lesen.

Fabian, vielen Dank Dir für diese ausführliche Rezension und das Feedback zu meinem Artikel 🙂

www.weltvermessen.de

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