Natur Piemont

Alpe Veglia – Duft der Berge

Nach einer steilen, schmalen Straße neben angsteinflößend tiefen Schluchten werden wir mit Alpenlimonade und duftenden Bergwiesen belohnt. Auf der Alpe Veglia, dem nördlichsten Naturpark des Piemont tummeln sich nicht nur Wanderer und Kühe, sondern auch Steinböcke, Gämsen, Steinadler und Forellen.

 

Jeepstraße zur Alpe Veglia

Gemeinsam mit der Alpe Devero bildet die Alpe Veglia einen fast 9 Hektar großen Naturpark, direkt an der Grenze zum Kanton Wallis in der Schweiz. Zwei große Gletschertäler formen eine natürliche Schutzzone inmitten schroffer Gipfel und tiefer Schluchten. Alpe Veglia liegt auf 1.700 m Höhe und wird vom 3.553 m hohen Monte Leone dominiert. Der nördlichste Naturpark des Piemont steht seit 1978 unter Schutz. Genau genommen liegt die Alpe Veglia am Ende des Tals Val Cairasca, eines Seitentals des Val Divedro, das wiederum eines der Ossolatäler ist. Deutlich sichtbar wird der eiszeitliche Ursprung (der Würm-Kaltzeit), wenn man auf der Jeepstraße von San Domenico aus zur Alpe Veglia wandert, die man nach etwa zwei Stunden und 400 Höhenmetern erreicht.

Spuren der Eiszeit

Alternativ nimmt man die Seilbahn von San Domenico zur Alpe Ciamporino und wandert ohne Höhenanstieg.

Die menschliche Nutzung des weitläufigen Gletschertals geht bis in die Eisenzeit zurück, das bezeugen Ausgrabungen auf Veglia. Sehenswert sind der Hexensee (Lago delle Streghe) und die Mineralquelle (mit eisenhaltigem Wasser). Lärchenwälder umsäumen duftende Bergwiesen, Heidelbeerbüsche locken Wanderer und Rhododendren Hummeln und Bienen zum Schmaus. Wer sich auf eine Wiese legt, wird sofort vom Duft der Bergkräuter umfangen und kehrt sicher nicht ohne ein Stück Bergkäse nach Hause zurück. Apropos Bergkäse: Wir sind auf dem Weg zu Silke und Giuseppe, die die Wanderer mit Joghurt und frischer Alpenlimonade am Informationshäuschen La Porteia am Eingang der Alpe Veglia empfangen. Es ist Sonntag und wir begegnen zahlreichen Wanderern und Jeeps passieren auch nicht wenige.

Beginn der Jeepstraße

Die recht steile Jeepstraße flößt mir Respekt ein, doch nach knackigen zwei Stunden erreichen wir La Porteia.

Empang an der Porteia Alpe Veglia

Auf Alpe Veglia selbst ist von den vielen Besuchern nicht mehr viel zu sehen, die Ebene verschluckt sie förmlich. Oder sie stärken sich im Restaurant in einem der drei Hotels mit Polenta mit Käse oder Geschnetzeltem. Oder trinken einen Schluck aus der Mineralquelle. Oder liegen und toben auf der Wiese herum, den Duft der Bergkräuter in der Nase.

Hotels und Häuser Alpe Veglia

Barfuss über Bergwiese toben Alpe Veglia 2

Anreise: Der Strada Statale del Sempione (SS 33) bis zur Ausfahrt „Varzo“ folgen (NB: nicht Varzo Sud) und dann weiter den braunen Hinweisschildern zum Skigebiet San Domenico folgen. In San Domenico immer weiter, bis die Asphaltstraße endet, dort auf der Wiese parken (Kosten: 3 Euro).

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